Auf Seite 14 der Prawdomiten von heute kann man über eine erstaunliche Debatte lesen, die innerhalb der SVP ausgebrochen ist. Die Frau für politisch heiße Fälle und verläßliche Ebner-Soldatin Barbara Varesco hat die Stellungnahmen der SVP-Prominenz zu einem Vorstoß von Siegfried Brugger eingeholt, der sich vorstellen könnte, "einigen italienischen Klassen versuchsweise freie Hand im Unterricht zu lassen" und dies vor allem auf den Sprachgebrauch bezogen hat.

Hier der Artikel aus dem Tagblatt der (richtigen) Südtiroler:
DOL 27.3.08 mehrsprachige Schulmodelle

SVP-typisch und sehr perfid die Argumentation von Durnwalder und Brugger: Die Versuche sollten erlaubt werden, um zu beweisen, dass der mehrsprachige Unterricht nichts bringe und damit die Italiener "vom Wunder" kommen. Es ist schon atemberaubend, was den SVP-Strategen so alles einfällt, um sich um eine Debatte über Südtirols Zukunft herumzudrücken.

Mit keinem Wort wird erwähnt, dass die mit 7,9% der Stimmen bei den Landtagswahlen 2003 drittgrößte politische Kraft in Südtirol, die Grünen (der zweite Platz ging mit 8,4% an Alleanza Nazionale), schon seit Jahren für mehrsprachige Kindergarten- und Schulmodelle einstehen und dass es schon verschiedene Pilotversuche in Richtung Mehrsprachigkeit gibt, vor allen in den italienischsprachigen Kindergärten.

Genüßlich wird die schwachsinnige und arglistige Argumentationfsführung der SVP-Prominenz von Barbara Varesco in den Titel aufgenommen und wenn man Titel und Untertitel liest, wird die von den Prawdomiten forcierte Aussage klar: Nur die Italiener wollen mehr Deutsch in den Schulen, wir entscheiden, ob, was und wie, Brugger ist gönnerhaft-großzügig, Durnwalder kann sich nicht durchsetzen (Im Text: "Dies lanciere er in der SVP schon seit Jahren erfolglos, so Durnwalder"), Athesia-Mann Pichler Rolle hat die Zügel fest in der Hand und gibt den Takt vor.

Wie immer sind alle Bilder der SVP-Vertreter mit Bedacht gewählt: Alle lächeln und wirken seriös bis wichtig und sogar Durnwalder kommt mal fotomäßig gut weg, was sonst beim Ebner-Tagblatt selten der Fall ist. Achtet mal darauf, welche Fotos - wenn überhaupt! - von den grünen und den anderen Oppositionsvertretern in die Prawdomiten kommen!