Einen besonderen Hörgenuss hielt heute der Sender Bozen der RAI bereit: Der neue Vorsitzende der „Jungen Generation“ in der Südtiroler Volkspartei, der resche und fesche Philipp Achammer, stand in der Anrufsendung im Mittagsmagazin nach den Nachrichten Rede und Antwort – zu einem Thema, das die SüdtirolerInnen bewegt: Der Ämter- und Postenschacher im System Südtirol.
Man kann sich natürlich fragen, warum gerade dieser aufstrebende SVP-Jungspund zu dieser Sendung eingeladen wurde. Wenn man das Südtiroler Medien-Universum aus der Nähe betrachtet, wird man dies allerdings unterlassen.

Ein bißchen bellen, ja nicht beißen!
Philipp Achammer zu Gast im Sender Bozen
Die Anrufer waren sich alle einig: Die SVP hat in unserem Land das „System Südtirol“ geschaffen, das immer fröhlichere Urständ feiert. Es wird ein zweiter Vizepräsident der Handelskammer eingeführt, um Georg Mayr zu versorgen. Michl Ebner bewirbt sich über die eigene Zeitung als Präsident der Handelskammer. Herbert Fritz ist bald fünfundsiebzig und rechnet damit, bald wieder Präsident des Wirtschaftsringes zu werden. Gramm scheidet bei der Handelskammer aus statutarischen Gründen aus und wurde deshalb vor kurzem zum Vizepräsidenten der Autobahngesellschaft bestellt.
Sogar der Gastrofresh-Skandal wurde von der Hörerin Helga Sparber ins Spiel gebracht, die hervorhob, dass die SVP dabei wohl weggeschaut hätte. Überhaupt war das Statement der Meranerin durchgehend würzig-kritisch und in meinen Augen sehr überzeugend formuliert: Sie habe immer treu die SVP gewählt, die Partei treibe es in den letzten Jahren aber auf die Spitze und die Leute werden sich das nicht mehr lange gefallen lassen.
Es war rührend und ärgerlich zugleich, mitzuverfolgen, welchen rhetorischen Eiertanz der SVP-Karrierist in Lauerstellung aufführen musste, um die populistischen Forderungen der Jungen Generation zu unterstreichen, frische Frechheit und Reformfreude zu bekunden und gleichzeitig herauszuarbeiten, dass seine Partei, die SVP, nicht für die kritisierten Umstände verantwortlich ist.
Achammer wurde nicht müde, zu betonen, dass er nicht auf Einzelfälle eingehen wolle. Naja, so ein hoffnungsvoller Aufsteiger muss natürlich aufpassen, mit wem er sich’s verscherzt, in der Mutter aller Parteien, und man darf – und soll sogar – als JGler zwar ein bisschen bellen, aber mit dem Beißen sollte man sehr vorsichtig sein. Denn sonst wird aus dem knurrenden Jungmonster sehr schnell ein kleiner Pinscher, der vom Hof verscheucht wird.
Das Resümee der bemerkenswerten Hörersendung: Achammer konnte nicht viel Bewegendes einbringen und wärmte fünf oder sechs Mal die gleichen Aussagen auf (Kompetenz und Transparenz ist wichtig, das Alter spielt keine Rolle, das muss alles anders werden, die SVP ist nicht Schuld – und dann wieder von vorn…), alle acht AnruferInnen machten die SVP für die offen und klar kritisierten und benannten Missstände verantwortlich – und wir Hörer sind als klug als wie zuvor…







der journalist der rai war schon sehr schwach heute, kein einziges mal hat er den phrasendrescher in die enge getrieben.