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Einer der interessantesten Referenten bei den diesjährigen Toblacher Gesprächen war aus meiner Sicht der Biologe, Ökologe und Volkswirt Joachim H. Spangenberg, der neben seiner Tätigkeit als Forscher beim HELMHOLTZ - Zentrum für Umweltforschung UFZ und freier Publikations- und Vortragstätigkeit auch als Vizepräsident des SERI (Sustainable Europe Research Institute) in Wien tätig ist.

Was mir an seinem Vortrag und an seinen zahlreichen Wortmeldungen im Verlauf der Arbeiten am besten gefallen hat, war die nüchterne Analyse der "Sünden" der sog. zivilisierten Welt und die Kritik an einer Wirtschaftsweise, in der "nahezu alle Produkte hergestellt werden, um nach geringem Gebrauch weggeschmissen zu werden" (Spangenberg). So führte er als Beispiel das Auto ins Feld: Es benötige zehn Tonnen Materie um eine Tonne Auto herzustellen, das dann zwölf Jahre Lebensdauer hat und in diesen 12 Jahren im Schnitt gerade mal dreieinhalb Monate Mobilitätsservice leistet. Dann landet es auf dem Müll.

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Joachim H. Spangenberg - Biologe, Ökologe
und Volkswirt,  Vizepräsident des SERI in Wien 

Spangenberg argumentiert auch durchaus politisch, überwindet die Kluft zwischen Erkenntnis und Handlungsbedarf und zeigt damit Lösungswege auf, die neben den politischen Akteuren auch den Einzelnen ansprechen.

Da die Vorträge von den Toblacher Gesprächen noch nicht zur Verfügung stehen, habe ich etwas recherchiert und im Netz einen Spangenberg-Vortrag gefunden, der ähnlich aufgebaut ist, wie jener, den Spangenberg in Toblach gehalten hat.

Ihr findet ihn auf der homepage des Eine-Welt-Netzwerkes NRW. Joachim Spangenberg hat ihm den Titel "Gerechtigkeit im Treibhaus" gegeben und am 18. September im Rahmen eines Aktionstages des Eine-Welt-Netzes in Münster gehalten. Das PDF-Dokument ist allerdings 21 MB groß und ohne Breitband eher mühsam herunterzuladen.

Im Netz habe ich ein Gutachten gefunden, das Joachim Spangenberg und Sylvia Lorek für die Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt haben und das einen sehr guten Einstieg in die Themenbereiche Nachhaltigkeit und Konsum darstellt. Ich füge es hier ein.  

Spangenberg und Lorek - Lebensqualität, Konsum und Umwelt - 2003
"Lebensqualität, Konsum und Umwelt: intelligente Lösungen statt unnötiger
Gegensätze" (2003) - Gutachten von Joachim Spangenberg und Sylvia Lorek